Angela Merkel zu Besuch im Gustav-Schatz-Hof

Angela Merkel im Austausch mit Gästen der Tagespflege der Diakonie Altholstein. FOTOS: DIAKONIE ALTHOLSTEIN

Gaarden. Am vergangenen Freitag besuchte Angela Merkel den Gustav-Schatz-Hof (GSH) in Kiel-Gaarden. Sie informierte sich im Gespräch mit Mitarbeitern über die Arbeit und besuchte anschließend die Tagespflege für Senioren, die Wohngruppe für Menschen mit Demenz und den Mietertreff.

Die Bundeskanzlerin zeigte sich nach Rundgang und Gesprächen überzeugt von der Arbeit und dem Angebot vor Ort: „Ich finde die ganze Anlage, die versucht, die Selbstbestimmung mit den notwendigen Betreuungen zu verbinden, sehr beeindruckend.“

Heinrich Deicke, Geschäftsführer der Diakonie Altholstein (re.) und Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, empfangen die Bundeskanzlerin.

Die Diakonie Altholstein leistet in der Wohnanlage mit rund 1.400 Mietern ambulante Pflege in der Betreuten Wohnanlage, betreibt eine Wohngruppe für Menschen mit Demenz und eine Tagespflege. Außerdem organisiert sie die Arbeit des Mietertreffs „Schatzhaus“.

 

Die Bewohner des GSH sind, ebenso wie in Gaarden rundherum, kulturell bunt gemischt. Speziell bei der Errichtung der Betreuten Wohnanlage war es das Konzept der FRANK-Gruppe als Bauträger, zu mindestens 25 Prozent Mieter mit Migrationshintergrund zu gewinnen. Dafür bekam das Wohnungsunternehmen 2011 den Integrationspreis des Landes Schleswig-Holstein.

Entsprechend interkulturell ist auch das Team aufgestellt: Von den 45 Mitarbeitenden haben zwölf einen Migrationshintergrund, sie sprechen von Türkisch bis Dänisch unterschiedliche Sprachen und bilden sich regelmäßig zur interkulturellen Pflege fort.

Auffallend ist außerdem der hohe Anteil männlicher Mitarbeiter. Die Station im Gustav-Schatz-Hof erhält regelmäßig Initiativbewerbungen von Pflegekräften, die sich speziell für das interkulturelle Konzept interessieren. Bereits 2015 gewann die Pflege Diakonie den Schleswig-Holsteinischen Altenpreis für ihre interkulturelle und quartiersorientierte Arbeit am Gustav-Schatz-Hof.

Zur interkulturellen Pflege gehört es nicht nur, dass die Pflegekräfte bei türkischen Familien die Schuhe an der Haustür ausziehen, auch die Einbeziehung der Familienmitglieder unterscheidet sich je nach kultureller Prägung.

In der Tourenplanung wird berücksichtigt, ob Pflegekunden männliche oder weibliche Pflegekräfte wünschen, auch die jeweiligen Sprachkenntnisse spielen eine Rolle.

Insbesondere demenziell veränderte Patienten vergessen teilweise die erworbene Sprache oder ihre eigenen religiösen Gebräuche, wie den Verzicht auf Schweinefleisch. In der kultursensiblen Pflege werden solche Fragen im Rahmen der Biografiearbeit mit den Angehörigen geklärt und individuelle Lösungen für den Alltag gefunden.

Im Rahmen der interkulturellen Schulungen, die die Mitarbeiter am Gustav-Schatz-Hof regelmäßig machen, setzen sie sich auch mit ihren eigenen Ängsten und Vorurteilen auseinander.

Das Team profitiert von dem kulturellen Wissen der eigenen Kollegen aus unterschiedlichen Ländern, der Austausch untereinander hat einen hohen Stellenwert.

Der Mietertreff bietet sämtlichen Bewohnern des GSH ein Programm für jedes Alter, das von den Bewohnern bestimmt wird. Neben Sozialberatung, Sport- und Kaffeerunden, Müttertreffs und KidsClub finden auch Aktionen und religiöse Feste, zum Beispiel zum Ramadan oder im Advent statt.

Die Arbeit des Mietertreffs wird von den beiden Wohnungsgesellschaften im Gustav-Schatz-Hof, der FRANK-Gruppe und Vonovia, finanziert.

Quelle: Diakonie Altholstein