Alte Mythen neu interpretiert – Bildhauer Arno Falk zeigt Kunstwerke aus den vergangenen 30 Jahren

Die 1996 entstandene "Muttergottheit" erhält durch eine Pulverbeschichtung die notwendige Patina. Foto: Heidi Schooltink

Preetz. „Weiter gehen“, ist der Titel der aktuellen Ausstellung im Kunstkreis Preetz. Präsentiert werden Skulpturen des Künstlers Arno Falk und bildnerische Werke von dreien seiner Wegbegleiter.

Der Titel der Ausstellung ist geradezu programmatisch für das Leben des 1959 geborenen Bildhauers, der schon mehrfach todesnahe Situationen erlebt und doch immer weitergemacht hat. Im Kunstkreis sind jetzt in einer Retrospektive Masken und archaisch anmutende Figuren aus den vergangenen 30 Jahren seines künstlerischen Schaffens zu sehen.

„In allen Kulturen, auf der ganzen Welt und zu jeder Zeit finden sich in der Literatur immer wieder die gleichen Archetypen, deren Bedeutung ich in meinem Leben auch selber nach und nach erleben konnte“, so Arno Falk, „diese Motive, beispielsweise aus dem isländischen Sagenepos Edda, aus dem ägyptischen Totenbuch, aber auch aus Goethes Faust oder Werken von Friedrich Nietzsche verarbeite ich in meinen Skulpturen.“

Arno Falks Figuren und Masken bestehen in aller Regel aus heimischen Hölzern, deren Oberfläche er in seinem Atelier auf der Bothkamper Mühle durch Pulverbeschichtung oder Beizen mit verschiedenen Farbstoffen behandelt, so dass das ursprüngliche Material häufig nicht mehr erkennbar ist: „Diese Verfremdung ist beabsichtigt. Meine Skulpturen sollen den tradierten Kultgegenständen ähneln. Ich versuche den alten Geist dieser Dinge zu interpretieren und neu entstehen zu lassen.“

Ergänzt wird die Präsentation durch Bilder von Arno Neufeld, Wübke Rohlfs Grigull und Rosita Sengpiehl. „Unsere Arbeiten haben viele Berührungspunkte und eine ähnliche Sichtweise auf die Dinge. So ist auch die Abstraktion eine Form der Maskierung und Verfremdung“, beschreibt Rosita Sengpiehl den gemeinsamen Nenner der Werke.

Die aktuelle Ausstellung ist der erste Teil einer durch den Galeristen Wolf Zepfel kuratierten, zweiteiligen Retrospektive, die mit einer Präsentation in der Galerie Sengpiehl/Zepfel in Schönberg/Holm im kommenden Jahr ergänzt wird. hms

Kunstkreis Preetz , Gasstraße 5 (1. Stock), Preetz. Öffnungszeiten bis 17. Juni: Freitag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr.