Alte Kleider werden Geldspenden

Gute Laune bei Empfängern und Spendern (v.li.): Martina Pulkis, Bernd Hentschel, Christian Graviat, Alexandra Hebestreit, Sven Auen, Dieter Siebrecht, Wilfried Pahl. FOTO: SABRINA AUST

Kieler Wohnungsunternehmen sammeln Spenden mit eigenen Kleidercontainern

Kiel. Wer Altkleider in Container spendet, fragt sich oft, was daraus wird. Fünf Kieler Wohnungsgenossenschaften haben eigene Sammelcontainer aufgestellt und die Spenden sortieren, verwerten und weiterverkaufen lassen, um die Erlöse an wohltätige Zwecke zu spenden.

Rund 50 Container von der Baugenossenschaft Mittelholstein eG, der Wohnungsbau-Genossenschaft Kiel-Ost eG, der Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG, WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG und der Baugenossenschaft Hansa eG sind auf Grundstücken in Kiel, Kronshagen, Rendsburg und Büdelsdorf platziert. Die Erlöse aus dem Verkauf der gespendeten Kleidung werden jedes Jahr an mehrere Kieler Institutionen verteilt. „In den neun Jahren, die wir das bereits machen, sind insgesamt 119.300 Euro zusammengekommen und 17 Einrichtungen wurden bedacht“, so Wilfried Pahl, Vorstand der Baugenossenschaft Mittelholstein. In diesem Jahr wurde die höchste Summe erwirtschaftet: 16.800 Euro. Diese geht zu gleichen Teilen an vier karitative Vereine.

Einer der Spendenempfänger ist der Förderverein für Palliativmedizin Kiel, der sich dafür einsetzt, dass sterbenskranken Menschen und ihren Angehörigen eine würdevolle und bedarfsgerechte Versorgung zukommt. Angebote wie Kunst- und Musiktherapie sollen den Betroffenen Möglichkeiten geben, ihren Sorgen und ihrem Leid Ausdruck zu verleihen und besser mit ihrer Krankheit umzugehen. „Mit dem Geld wollen wir den Ausbau der palliativen Versorgungsformen fördern“, so Prof. Dr. Dieter Siebrecht. Ein weiterer Teil der Spende geht an das nettekieler Ehrenamtsbüro, dass Freiwillige in Ehrenämter vermittelt. „Wir wollen aktuell ein Projekt starten, das Menschen dabei hilft, eine Wohnung in Kiel zu finden. Die Spende kommt uns daher sehr gelegen“, so Alexandra Hebestreit, Leiterin des Ehrenamtsbüros. Das Wohnungslotsen-Projekt soll Geflüchtete und Menschen, die generell bei der Wohnungssuche Probleme haben, unterstützen. Das Kieler Netzwerk gegen Kinderarmut erhielt ebenso eine Spende, mit der Familienfreizeiten für alle, die sich keinen Urlaub leisten können, umgesetzt werden sollen, so Martina Pulkis.

Der vierte Teil der Erlöse geht an die Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen (DESWOS). Der Verein fördert weltweit Projekte, die die Lebens- und Wohnbedingungen der Menschen vor Ort verbessern. So kommt das Geld einer Schule in Kenia zu Gute. Da die Lehrer teilweise sehr weite Wege bis zur Schule haben, sollen durch die Partnerorganisation vor Ort vier weitere Lehrerwohnungen gebaut werden. saa