ADAC-Mobilitätstag in Boksee: Mobil mit Handicap – so geht’s

Der Mobilitätstag des ADAC in Boksee hat dieses Jahr das Thema Tourismus zum Schwerpunkt gemacht. FOTO: HFR

Boksee. Vorträge rund um das Thema Mobilität mit dem Schwerpunkt Tourismus, ein Altersanzug zum Testen, Pkw und Lkw zum selber fahren – beim ADAC-Mobilitätstag wird viel geboten.

Das sind nur einige der zahlreichen Programmpunkte im Rahmen des Aktionstages Mobil mit Handicap, den der ADAC Schleswig-Holstein am Sonnabend, 15. Juli, auf seiner Fahrsicherheits-Anlage in Boksee anbietet.

„Wir haben in diesem Jahr das Thema Tourismus zu einem Schwerpunkt gemacht“, sagt ADAC-Organisator Jens-Peter Pfeiffer. „Barrierefreies Reisen ist in einem Tourismusland wie Schleswig-Holstein ein wichtiges Thema. Wir freuen uns, dass wir dazu etliche Partner gewinnen konnten, darunter das Tourismusbüro Büsum mit seinem Wattenmeer-Rollstuhl oder die Galeriehotels, die die Möglichkeiten barrierefreier Umbauten im Übernachtungsgewerbe vorstellen.“

Sicher mobil bleiben

Aber auch zu den Alltagsaspekten der Mobilität gibt es ein breites Angebotsspektrum: Mobil bleiben mit Einschränkung, Wiedererlangung oder Erhalt der Fahrerlaubnis oder Sicher mobil bleiben mit Behinderung sind nur einige der Themen, die der ADAC Schleswig- Holstein und seine Partner an diesem Tag in Vorträgen und zum Anfassen präsentieren.

Dazu gibt es einen Überschlagsimulator und viele Tipps zum richtigen Umgang mit dem Rollator und anderen Mobilitätshilfen. Betroffene können sich an den Ständen der Hersteller über behindertengerechte Umbaumöglichkeiten am eigenen Fahrzeug informieren. Von 10 bis 16 Uhr hat die Fahrsicherheits-Anlage ihre Tore geöffnet.

Hörbilder durch Schall

Eines der vielen Highlights ist das AHRUS-Projekt: Das steht für für Audible High Resolution Ultrasonic Sonar (hörbares hochauflösendes Ultraschallsonar). Das Gerät sendet Ultraschall-Signale aus, die von Gegenständen in der Umgebung zurückgeworfen werden. Eine spezielle Technik verwandelt diese Echos in hörbaren Schall. Dabei entstehen durch die besonderen Eigenschaften des Ultraschalls sehr detaillierte Hörbilder. Der Entwickler Michael Kreutzer wird die Technik vor Ort erläutern. Alle haben die Möglichkeit, das Gerät selbst auszuprobieren und sich ein akustisches Bild ihrer Umgebung zu machen. feelSpace ist ein Vibrationsgürtel, der seinem Träger rundum Richtungen signalisieren kann. Wenn der Gürtel immer dort vibriert, wo Norden ist, kann ein blinder Fußgänger stets seine Richtung beibehalten. Verknüpft mit einer Navigationssoftware vom Smartphone gibt der Gürtel Richtungsanweisungen.

„Wir wollen an diesem Tag das Thema Mobilität für Menschen mit und ohne Behinderung von verschiedenen Seiten beleuchten“, so Pfeiffer weiter. Er hofft auf einen regen Besucherstrom, zu dem auch das Shuttleangebot beitragen soll: „Wer Hilfe benötigt, um nach Boksee zu kommen, den holen wir am Kieler Hauptbahnhof ab und bringen ihn auch dorthin zurück. Einzelne wie auch Gruppen können sich bis zum 13. Juli unter 04302/9698125 für diesen Service anmelden.“ (ke)