Acht Räume und eine Liebe gegen zwei Staaten

Harald Thomas aus der DDR und Hannah Ewers aus der BRD verlieben sich als das Frachtschiff „Frieden“ im Hamburger Hafen festmacht. Foto: Elmar Hess, Einen Frieden später, 2016/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Kiel. In seiner Ausstellung „Einen Frieden später“ in der Stadtgalerie Kiel wirft Elmar Hess ab dem heutigen Sonnabend, 10. März, einen Blick auf die deutsch-deutsche Realität im Kalten Krieg. Der Sommer 1964: Das DDR-Frachtschiff „Frieden“ macht im Hamburger Hafen fest. An Bord begegnen sich Bootsmann Harald Thomas und Hannah Ewers, Angestellte der örtlichen Hafenbehörde. Beide verlieben sich, schmieden Pläne, träumen von Zweisamkeit. Doch die deutsch-deutsche Realität wird den beiden zum Verhängnis. Erst Jahrzehnte später werden sie sich wieder sehen. In acht Rauminstallationen thematisiert „Einen Frieden später“ von Elmar Hess anhand zweier Biografien die Auswirkung von Reglementierung durch staatliche Utopien und wirtschaftliche Systeme. Die individuelle Geschichte schildert Hess vor dem Hintergrund internationalen politischen Zeitgeschehens. Ausgehend von den Folgen der Naziherrschaft und der deutschen Teilung, dem Beitritt zu Warschauer Pakt beziehungsweise Nato bis zur gegenwärtigen Flüchtlingssituation und den Auswirkungen von Globalisierung und Datenspionage hinterfragt die Ausstellung mit Staatsinteressen begründete Freiheitsbeschränkungen, Konflikte und Kriege. Die Ausstellung ist bis zum 27. Mai zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31. Tel. 0431/9013400, Öffnungszeiten: Di, Mi 10-17 Uhr, Do 10-19 Uhr, Fr 10-17 Uhr, Sa, So 11-17 Uhr. Karfreitag, 30. März, geschlossen. Ostersonntag, 1. April, Ostermontag, 2. April, 1. Mai, 11-17 Uhr. www.stadtgalerie-kiel.de