25 neue Darsteller dürfen auf die Bühne

Birgitt Jürs und Dieter Milkereit freuen sich auf die neue Saison der Niederdeutschen Bühne Neumünster, deren Studiotheater an der Klosterstraße liegt. FOTO: ASR

Neumünster. So viele Darsteller wie in der neuen Spielzeit standen bei der Niederdeutschen Bühne wohl noch nie im Rampenlicht. Sieben Inszenierungen sind es wieder bis zum Frühjahr. Komödien, ein ernstes Stück, das (hochdeutsche) Weihnachtsmusical – und als Silvesterknaller gibt’s My Fair Lady. Diesmal sind aber rund 25 „Neue“ dabei, die beim öffentlichen Casting im Mai mitgemacht haben und jetzt schon auf die Bretter, die die Welt bedeuten, dürfen. Zum Teil haben sie nur wenig Theatererfahrung, nicht alle sprechen schon gut Plattdeutsch. Die Rollen fallen deshalb kleiner aus. Richtig Plattdeutsch sprechen kann auch Eliza in My Fair Lady nicht. Birgitt Jürs hat das Stück ins Niederdeutsche übertragen. Die Autorin erklärt den Dreh, mit dem sie den Musical-Klassiker ins mundartliche übertragen hat: „Eliza sabbelt fürchterliches Missingsch, Higgins versucht ihr dann richtiges Platt beizubringen.“ Hauptdarstellerin Johanna Kittel ist ausgebildete Sängerin aus Hamburg. Eliza braucht etwas, bis sie endlich Sätze wie „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ in Plattdeutsch fehlerfrei aussprechen kann. Kein Wunder, dass das Stück dann auch gute zwei Stunden dauert. Premiere ist Silvester, der Kartenvorverkauf hat begonnen. Die Proben auch. Für die vielen Akteure auf der Bühne müssen aber noch die Kostüme gesucht werden. „Vermutlich reicht unser Fundus nicht aus“, so Bühnenleiter Dieter Milkereit. Geprobt wird natürlich ebenfalls für De Vagels is dat piepegal, der lockeren, witzigen Auftakt-Komödie, die am 29. September Premiere hat. Am 3. November startet dann Een Hart ut Schokolaad oder Heinrich sein „sötes Leven“. Für das Weihnachtsmärchen Der Lebkuchenmann sind die Proben ebenfalls angelaufen. „Wir kommen an die Grenzen unserer Räumlichkeiten“, sagt Milkereit. Ab dem 19. November will der Lebkuchenmann auf der Bühne den Kuckuck retten, für Schulen und Kindergärten gibt es einige Vormittagstermine und natürlich die bewährten 16-Uhr-Aufführungen. Stephan Greve inszeniert in der neuen Spielzeit das obligatorische ernste Stück. Mudder Mews ist ein tiefgründiger Klassiker, der am 16. Februar Premiere hat. Einen Monat später gibt’s Sepenblasen, und mit einem spritzigen Stück wird die Saison beschlossen. Dat Wunner vun San Miguel wird ab 13. April aufgeführt. Karten gibt es bei Auch&Kneidl auf dem Großflecken und im Internet unter www.ticket-regional.de/nbn Die Niederdeutsche Bühne zählte in der vergangenen Saison 12000 Zuschauer. Besonders freut sich Milkereit aber auch darüber, dass Nachwuchs für das Theater begeistert werden konnte. Das öffentliche Casting wird am 6. Mai wiederholt. Und die jungen Teilnehmer vom Sommer-Theater-Dings wollen auch weitermachen und eine Theatergruppe gründen, um mehr zu lernen.